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Das Outlet um die Ecke: Aus der „HUMA“-Shoppingwelt wird das erste hybride Center Deutschlands

Sep 2021
Deutschland gilt als Land der Schnäppchenjäger, kaum eine Kundschaft ist so preissensibel wie die deutsche. Umso verblüffender ist, dass es hierzulande im europäischen Vergleich die wenigsten Outlet-Center gibt. Auf 1.000 Einwohner kommen 2,6 Quadratmeter Verkaufsfläche – Österreich hat 8,3 Quadratmeter, Großbritannien 8,6 Quadratmeter und Italien als Spitzenreiter 9,1.

„Hier gibt es also Bedarf“, sagt Lars Jähnichen, Geschäftsführer der IPH Handelsimmobilien. Warum also nicht die Vorteile eines klassischen Shopping Centers mit denen eines Outlets für die Kunden verbinden? Und so etwas entwickelt IPH derzeit in der „HUMA“-Shoppingwelt in Sankt Augustin. „Das ist in Deutschland ein innovatives Konzept, wir sind damit Pioniere“, betont Jähnichen. Das Objekt wird dafür umgestaltet. „Wir wollen hier das Beste aus drei Einzelhandelswelten verknüpfen.“ Das heißt: Das untere Geschoss gehört künftig der Nahversorgung. Auf der mittleren Ebene werden die klassischen Shopping Center-Konzepte wie Rituals, Bestseller, JD Sports oder die Mayersche Buchhandlung konzentriert. Das Obergeschoss wird zum Outlet-Center mit bis zu 10.000 Quadratmeter Fläche – und direktem Zugang zu einem eigenen Parkdeck. Die Eröffnung ist für Sommer 2022 vorgesehen.

Die Idee wurde schnell geboren: Ein Outlet muss es werden

Begonnen hatte dieses Projekt im September 2020, als der „HUMA“-Eigentümer an IPH herantrat mit dem Wunsch, für das Haus ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln. Im Rahmen der detaillierten Analyse wurden viele Nutzungsoptionen wie Büro, Hotel oder Coworking geprüft und verworfen. Am Ende blieb ein Resultat: „Wir haben uns schnell mit der Idee eines integrierten Outlet-Centers angefreundet“, erinnert sich Jähnichen.

IPH holte sich einen Fachmann für Outlets ins Boot, der die Pläne prüfte und unterstützte. „Gemeinsam mit ihm haben wir alle potenziellen Mieter angesprochen und eine sehr gute Resonanz für den Standort bekommen“, beschreibt Jähnichen das große Interesse seitens der Marken. „Mittlerweile führen wir mit vielen Konzepten konkrete Verhandlungen für die Outlet-Ebene.“ Für die gestalterische Abgrenzung der drei Nutzungsbausteine Nahversorgung, Shopping Center und Outlet Center sorgt das neu entwickelte Gestaltungskonzept des Architekturbüros Chapman Taylor.

Das Einzugsgebiet ist enorm

Es sprechen viele gute Gründe für das „HUMA“-Outlet, einer ist das Einzugsgebiet. Innerhalb einer Stunde Fahrzeit erreicht das Haus mehr als 6 Millionen Menschen, in 15 Minuten sind es immerhin noch über 300.000. Für eine gute Verkehrsanbindung sorgen die Anschlüsse an die Bundesautobahnen A3 und A560. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Straßenbahnstation mit direkter Verbindung in die Innenstadt von Bonn.

Auch die Konkurrenzsituation bestätigt diesen Standort, da Wettbewerbsobjekte in Montabaur oder Bad Münstereifel deutlich weiter von der Metropolregion Köln/Bonn entfernt liegen. Und das Designer Outlet in der niederländischen Stadt Roermond mit 196 Markenshops zielt auf eine andere Zielgruppe. „Dorthin fahren die Menschen, um den ganzen Tag oder das Wochenende zu verbringen. Wir wollen das Outlet ‚um die Ecke‘ für die Metropolregion Köln/Bonn werden“, beschreibt es Jähnichen. Die Mischung soll es hier machen, denn die Verknüpfung Nahversorgung, Shoppen und Angebote für Schnäppchenjäger gibt es in dieser Form noch nirgends in Deutschland.

Ansprechpartner

Lars Jähnichen

Geschäftsführer
IPH Handelsimmobilien GmbH & IPH Transact GmbH