Handelsimmobilien

Flexible Flächenkonzepte stabilisieren den Mietmarkt

Jul 2026
Lars Jähnichen spricht über die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Vermietungsmarkt für Einzelhandelsflächen.

Im Fokus stehen neue internationale Marken, flexiblere Flächenkonzepte und die Bedeutung von Shop-in-Shop-Modellen, die den Mietmarkt in den Shoppingcentern stabilisieren.

Wie würden Sie den aktuellen Vermietungsmarkt für Einzelhandelsflächen charakterisieren?

Lars Jähnichen: Ich erlebe den Vermietungsmarkt für Einzelhandelsflächen als deutlich kleinteiliger und anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren. Das zeigen auch die aktuellen Marktanalysen zum ersten Halbjahr, mit einem schwächeren Flächenumsatz im zweiten Quartal. Mich beschäftigt weniger die reine Quadratmeterzahl als die Frage, wie sich die Nachfrage verändert.

Welche Veränderungen sehen Sie konkret?

Lars Jähnichen: Internationale Konzepte standen im zweiten Quartal für 61 Prozent des bundesweiten Flächenumsatzes. Neue Marken kommen nach Deutschland, Händler, die bisher vor allem online aktiv waren, suchen stationäre Flächen.

Gleichzeitig lösen sich etablierte Konzepte zunehmend von festen Standardgrößen und passen ihre Flächen genauer an den jeweiligen Standort und sein Einzugsgebiet an. Die IPH-Gruppe konnte Vermietungen in Shoppingcentern durch internationale Marken beobachten, die in den deutschen Markt eintreten.

Ganz vorne mit dabei waren dabei Kosmetikmarken aus Korea wie Miin Kosmetic, K-Beautyhouse und Moida sowie internationale Lebensmittelanbieter wie Go Asia, Eurogida mit türkischem und Andronaco mit italienischem Sortiment. Sie sorgen für einen Branchenmix und ziehen vorrangig junges Publikum an.

Gleiches gelte für Marken, die bisher ihr Hauptgeschäft über Online-Shops betrieben und nun zusätzlich in den stationären Einzelhandel kommen, darunter der Socken- und Basics-Händler Snoxx, die Modeschmuckmarken Purelei und Luamaya sowie der Sportbekleidungsanbieter Gymshark.

Wie wichtig sind Teilflächenkonzepte und Shop-in-Shop-Modelle in dieser Entwicklung?
Lars Jähnichen
: Auch Teilflächenvermietungen und Shop-in-Shop-Modelle spielen eine größere Rolle. Sie funktionieren allerdings nur dann, wenn die Konzepte wirklich zusammenpassen und voneinander profitieren.

Eine zusätzliche Marke allein macht eine Fläche noch nicht besser. "Shop-in-Shop-Konzepte sind längst keine Notlösung mehr. Richtig eingesetzt erhöhen sie die Flächeneffizienz und können neue Kundengruppen erschließen. Entscheidend ist allerdings, dass die beteiligten Konzepte sinnvoll zusammenpassen und echte Synergien erzeugen."

Was zeigen die Halbjahreszahlen der IPH-Gruppe?
Lars Jähnichen
: In den von uns betreuten Shoppingcentern sehen wir diese stärkere Ausdifferenzierung ebenfalls. Bei der IPH Gruppe haben wir im ersten Halbjahr 154 Mietverträge über insgesamt 47.000 Quadratmeter abgeschlossen. Rund 60 Prozent davon waren Verlängerungen. Das sind 26% mehr Mietverträge als noch im ersten Halbjahr 2025.

Was bedeutet das für Ihre Arbeit als Centermanager?
Lars Jähnichen
: Ich sehe in diesen Zahlen vor allem, wie sehr sich Vermietung verändert hat. Es geht heute stärker um Teilflächen, neue Kombinationen, die Weiterentwicklung bestehender Mietverhältnisse und Lösungen, die genau zum Standort passen. Das macht die Arbeit nicht einfach, aber für mich umso interessanter.
 

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Ansprechpartner
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Lars Jähnichen

Geschäftsführer
IPH Gruppe